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Großes Theater auf kleiner Bühne – Ausstellung böhmischer Marionetten

29.7.2010

Sie sind stumm, aus Holz, Pappe, Textil oder Glas, und doch voller Leben: Marionetten.

Zeit: 19.8. – 24.9. 2010 (Mo – Fr 9 –18 Uhr)
Ort: Kulturforum Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, 81669 München
Veranstalter: Kulturreferent für Böhmische Länder bei Adalbert Stifter Verein, Tschechisches Zentrum München

 

Die magische Ausstrahlung des Marionettenspiels fesselt mit herzhaftem Humor und grotesker Komik bis heute Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Die Ausstellung zeigt mehr als 200 Marionetten, 20 Originalbühnen sowie Requisiten aus der Sammlung von Anita und Hartmut Naefe aus Viechtach.

 

In der Zeit zwischen 1850 und 1950 entstanden, beweisen die bis zu 80 cm großen Puppen und kompletten kleinen Theaterbühnen die Vielseitigkeit der böhmischen Marionettenkunst. Von Holzschnitzern wurden die Puppen anfangs als Unikate in aufwändiger Handarbeit gefertigt und mit phantasievollen Kostümen versehen.

 

Die Tradition der wandernden Puppenspieler reicht in Böhmen bis in das ausgehende Mittelalter zurück und gewann seit dem 17. Jahrhundert zunehmend an Popularität. Als Quelle dienten für die fahrenden Künstler Klassiker der Literatur und der Oper sowie der Comedia dell`arte. Zu den ältesten und beliebtesten Stücken zählen Doktor Faustus und Don Juan.

 

Der Besuch von Marionettentheatern gehörte als fester Bestandteil zu den Jahrmärkten und Volksfesten in der Stadt und auf dem Land. Nicht selten geriet das Spiel zum sozialkritischen Spott gegen Arroganz und Dekadenz der Herrschenden, denen man die Lebensweise des einfachen Volkes gegenüberstellte. Märchenstoffe, wie sie heute auf dem Spielplan der Marionettenbühnen stehen, wurden damals verschmäht. Das Figurenrepertoire umfasst die klassischen Charaktere wie Königin, König und Hofnarr, Großvater und Großmutter, aber auch mystische Figuren wie Tod, Teufel und Zauberer. Das böhmische Puppentheater hatte schon bald seine Serienhelden. Zum einen den Kasperl (tschechisch Kašpárek), der sich allein durch sein loses Mundwerk von den übrigen Figuren absetzte, daneben Vater Spejbl und Hurvínek, Erfindungen des Puppenspielers Josef Skupa, die klassische Generationenkonflikte miteinander austrugen. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert wandelte sich das Puppentheater und wandte sich mit seinen Programmen zunehmend an junge Zuschauer. Der Kasperl entwickelte sich dabei vom grotesken Spaßmacher zum lieben, etwas vorlauten kleinen Jungen.

 

Weitere Informationen finden Sie im Anhang.

 

Eintritt frei!!!


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